Wunderline

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Während des Europäischen Jahres der Schiene möchte die EU-Kommission den Bahnsektor auf verschiedene Arten zukunftsbeständig gestalten und damit zu einer nachhaltigeren Personenbeförderung und einer klimaneutralen Wirtschaft beitragen. Dadurch, dass die Bahn bei der wirtschaftlichen Erholung der Europäischen Union in den Mittelpunkt gestellt wird, erhoffen sich die EU-Institutionen, den Transportsektor schnell klimaneutral zu machen. Diese Entwicklungen bilden eine zusätzliche Anregung für den Bahnsektor und die grenzüberschreitenden Zugverbindungen, um sich weiter zu entwickeln und ihren Marktanteil zu vergrößern.  

In diesem Zusammenhang werden die Wunderline-Projektpartner unterschiedliche Arbeiten ausführen, um die bestehende Zugverbindung zu verbessern. Die erste Stufe (die 2024 fertig sein soll) bezweckt einen schnelleren Regionalzug in den Niederlanden. Das Ziel der zweiten Stufe (die 2030 fertig sein soll) ist ein zusätzlicher zweistündlicher Schnellzug aus den Niederlanden nach Leer und ein Regionalzug, der jede Stunde fährt. Die dritte Stufe realisiert eine direkte Verbindung (kein Umstieg in Leer) durch einen zusätzlichen Schnellzug in den Niederlanden und in Deutschland, der alle zwei Stunden fährt.

Diese Arbeiten ergeben bis zum Jahr 2030 eine Verkürzung der Fahrtzeit zwischen Groningen und Bremen (und umgekehrt) um 32 Minuten, wodurch die gesamte Fahrtzeit zwischen den beiden Städten auf etwas mehr als zwei Stunden reduziert wird. Um diese Arbeiten zu ermöglichen, wird bei der Wunderline ein CEF-T Projektantrag vorbereitet, um finanzielle Unterstützung für die weitere Entwicklung dieses Vorzeigeprojekts zu erhalten.

Mit der Unterstützung der EU kann die Wunderline ein Vorreiter im Wandel zu einer klimaneutrale Wirtschaft werden. In diesem Zusammenhang haben wir ein Position Paper erstellt, in dem wir aufzeigen, dass das European Year of Rail von den EU-Entscheidungsträgern genutzt werden sollte, um das Potential der grenzüberschreitenden Wunderline-Verbindung vollständig zu nutzen, um die sich verändernden Herausforderungen in den Bereichen Umwelt und Gesellschaft anzugehen.

Fleur Gräper-Van Koolwijk Regionalministerin Provincie Groningen: „Die Wunderline ist das Verbindungsglied zwischen zwei Ländern, zwischen zwei Regionen und für alle Menschen die dazwischen wohnen. Wunderline ermöglicht grenzüberschreitenden Pendlerverkehr und trägt zur Erreichbarkeit und zur Lebensqualität der nördlichen Grenzregion bei. Diese grenzüberschreitende Verbindung passt daher ausgezeichnet zu den europäischen Zielsetzungen und denen unserer Provinz, um den Transportsektor nachhaltiger zu gestalten und eine Verkehrsverlagerung in Gang zu setzen.”

Die Tatsache, dass der Schienenverkehr nur 0,4 % des CO2-Ausstoßes in der EU verursacht, während 8 % aller europäischen Fahrgäste mit diesem Verkehrsmittel reisen, zeigt, dass dies die wirksamste Art ist, den Transportsektor nachhaltiger zu gestalten und langfristig eine emissionsfreie Art des Transports zu finden. Laut einer Studie von Prognos (2021) würde eine Verlagerung von Luftverkehr auf Schienenverkehr zwischen den Städten Bremen und Amsterdam, die beide am TEN-T-Korridor Nordsee-Baltische See liegen, eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 85 % pro Tag bewirken (von 34.800 auf 5.200 Tonnen CO2, ausgehend von 470 Passagieren pro Tag). Nach Ende der Gleisbauarbeiten wird die Fahrtzeit zwischen Bremen und Groningen auch auf 2 Stunden und 11 Minuten reduziert, vergleichbar mit der Fahrtzeit im Auto oder Bus.

Die Vorteile grenzüberschreitender Verbindungen beschränken sich jedoch nicht nur auf kürzere Fahrtzeiten. Wunderline ermöglicht grenzüberschreitenden Pendelverkehr und trägt über integrierte Anschlussmobilität (Anschluss von Tür zu Tür) zur besseren Erreichbarkeit und zur Lebensqualität der nördlichen Grenzregion bei. Wunderline verbindet außerdem drei wichtige wirtschaftliche Knotenpunkte: Bremen, Oldenburg und Groningen. Eine schnellere und komfortablere Zugverbindung schafft Möglichkeiten zum Austausch wissenschaftlicher Studien zwischen Universitäten, sie regt den Tourismus in der Grenzregion an und realisiert einen grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt.

Um das Potential der grenzüberschreitenden Verbindungen voll auszuschöpfen, rufen die Wunderline-Projektpartner EU-Entscheidungsträger dazu auf, einen günstigen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, der hochwertige Personenverkehrsdienste per Zug ermöglicht. Passagiere reisen nicht von Bahnhof zu Bahnhof, sondern von Tür zu Tür, und würden daher von einem integrierten Ticketingdienst über die Landesgrenzen hinweg profitieren.

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