Quelle: https://www.ovmagazine.nl/2019/05/twee-treinen-per-uur-1610/

Die 2015 zerstörte Friesenbrücke soll im Jahr 2022 neugebaut werden, und zwar als eine ca. 130 m lange Drehbrücke mit einer Durchfahrtsbreite von ca. 58 m. Dadurch sind zwei Züge pro Stunde möglich. So erklärt Tjeerd Postma, Leiter des Wunderline-Projekts der Provinz Groningen.

Vor einigen Tagen berichtete der NDR, dass für den Neubau zwei Varianten in Betracht kommen; entweder eine Drehbrücke oder eine Klappbrücke. „Aber das stimmt nicht“, erklärt Postma.

Die Provinz Groningen war als Konzessionsgeber der Bahnverbindung zwischen Groningen und Leer bereits viel früher an der Entscheidungsfindung beteiligt, so Postma, und der Entwurf der Drehbrücke lag bereits fest. Die Drehbrücke ermöglicht die Durchfahrt von zwei Zügen pro Stunde, womit auch die Wunderline – die schnelle Bahnverbindung zwischen Groningen und Leer – im Anschluss realisiert werden wird.

Breitere Brücke
Die neue Drehbrücke, die bei Weener über die Ems gebaut werden wird, bietet Schifffahrtsverkehr eine Durchfahrtsbreite von circa 58 m, erläutert Postma. „Die alte Klappbrücke war 36 m breit. Hinter der Brücke bei Papenburg befindet sich die Meyer Werft, die große Kreuzfahrtschiffe baut. In der alten Situation musste ein Teil der Brücke manchmal sogar herausgehoben werden, wodurch der Bahnverkehr zeitweise gesperrt werden musste. In Zukunft wird dies nicht mehr der Fall sein.“

In der neuen Situation ist die Brücke 20 Minuten pro Stunde für den Bahnverkehr verfügbar. „Bei der alten Klappbrücke war diese Zeit noch kürzer. Dadurch wird immer direkt nach einem Schnellzug ein Regionalzug die Brücke queren“, erklärt Postma. Am 3. Dezember 2015 rammte ein Seeschiff die geschlossene Eisenbahnbrücke, die dadurch komplett zerstört wurde. Seitdem setzt Arriva zwischen Groningen und Leer Busse ein.

Deutsche Verfahren
Der Neubau muss 2024 fertiggestellt sein. Insgesamt war diese Strecke für den Bahnverkehr dann neun Jahre stillgelegt. Die Provinz Groningen erhoffte sich eine kürzere Zeit, aber der „Geldgeber hat das Sagen“, so der Leiter des Wunderline-Projekts. „Die Brücke befindet sich auf deutschem Hoheitsgebiet, also gelten für uns die deutschen Verfahren. Wir sind nur Vertreter unserer Belange.“

Laut dem Bericht des NDR sollen die Regierung, die Deutsche Bahn und die Meyer Werft ca. 80 Millionen in die neue Brücke investieren.

Copyright © 2019 Wunderline