Auftaktveranstaltung zum Projekt ‚Digitale Entdeckungen an der Wunderline‘: Netzwerkpartner erhalten einen ersten Eindruck von der ‚Wunder an der Strecke‘-App

Am Dienstag, 22. September 2020, fand in Leer der Auftakt des Projektes „Digitale Entdeckungen an der Wunderline“ statt. Im Kulturspeicher trafen sich die Marketingmitarbeiter der am Netzwerk Anschlussmobilität Wunderline beteiligten Kommunen, wo sie sich kennenlernen konnten. Eine Präsentation gab einen inspirierenden Ausblick auf die Möglichkeiten der gemeinsam zu entwickelnden App „Wunder an der Strecke“. Diese App ist ein wesentlicher Projektbestandteil.

Wunder an der Strecke

Mit dem App kann mann anhand von ausgewählten Orten  die „Wunder” an einer Route entdecken. Jeder Ort präsentiert sich mit seinem eigenen Wunder, das den Ort einzigartig und interessant macht. Zum Beispiel ein charakteristisches Thema, ein (historisches) Ereignis, eine berühmte Person oder eine geografische Besonderheit. Geleitet von einem virtuellen Erzähler sucht man das Wunder. In Bunde könnte dass die weiße Frau von Bunderhee und in Groningen das Pferd von Onkel Loeks sein. Mithilfe von Augmented Reality (erweiterte Realität) erhält der Nutzer über das Smartphone ergänzende Informationen zum Beispiel durch eingeblendete Texte, Bilder oder Videos. Objekte werden als 3D-Elemente als Bestandteil der Realität abgebildet und so erlebbar gemacht. Alle Wunder sind Teil einer übergeordneten Wunderline-Story und so miteinander verbunden. Die App sollte im April 2021 fertig sein.

Digitale Entdeckungen an der Wunderline

‚Digitale Entdeckungen an der Wunderline‘ wurde entwickelt, um die Wunderline, die Zugverbindung zwischen Groningen und Bremen, und die anliegenden Kommunen bekannter zu machen.
Das Projekt Digitale Entdeckungen an der Wunderline wird im Rahmen des INTERREG V A Programms Deutschland-Nederland mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und von den Provinzen Drenthe, Fryslân und Groningen sowie vom Land Niedersachsen kofinanziert. 17 Kommunen leisten eine Kofinanzierung.

Zusammenarbeit

‚Digitale Entdeckungen an der Wunderline‘ ist ein Projekt des Netzwerks Anschlussmobilität Wunderline.  Mitglieder des Netzwerkes Anschlussmobilität sind neben der Provinz Groningen folgende Kommunen: Groningen, Midden-Groningen, Oldambt, Landkreis Leer, Jümme, Bunde, Weener, Westoverledingen, Leer, Landkreis Ammerland, Apen, Westerstede, Bad Zwischenahn, Oldenburg, Landkreis Oldenburg, Hatten, Hude, Ganderkesee und Delmenhorst.

Anfang der Bauarbeiten an der Strecke Groningen – Winschoten

Ab Dezember 2020 wird es auch Regional-Express zwischen Groningen und Winschoten geben. Fünf zusätzliche Züge werden in der morgendlichen Stoßzeit und acht in der abendlichen Stoßzeit verkehren. Der Einsatz von diesen Zügen bewirkt eine kürzere Fahrzeit, eine bessere Verteilung der Fahrgäste und damit eine größere Chance auf einen Sitzplatz. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Gleise und Bahnhöfe umgebaut werden. ProRail wird Mitte September seine Arbeit beginnen.

Anfang der Arbeit

Ab Montag, dem 14. September wird ProRail am Bahnhof Zuidbroek arbeiten. Alte Gleisen, die nicht mehr benützt werden, werden entfernt. In der Zeit vom 10. bis 19. Oktober (niederländische Herbstferien) wird der Bauunternehmer an allen Standorten Tag und Nacht arbeiten. Zusätzlich zu den Gleisen und Bahnhöfen finden auch Bauarbeiten – um die Sicherheit zu vergrößern – an Bahnübergängen statt.

Wunderline

Die Umbauten an der Strecke sind auch für die Wunderline notwendig, da die Verbindung Groningen-Winschoten Teil der Wunderline ist. Damit ist die Realisierung der Wunderlinie einen Schritt voran gekommen.

Möchten Sie mehr über das Projekt „Regional-Express Groningen-Winschoten“ und die Arbeit erfahren? Lesen Sie dann diesen Blog (nur auf niederländisch)

Deutsche Bahn startet Baugrunduntersuchungen Wunderline

Mitte Juli beginnt Deutsche Bahn die Baugrunduntersuchung in verschiedenen Bereichen der Bahnstrecke zwischen Ihrhove und der deutsch/niederländischen Grenze. Diese Untersuchungen betreffen den geplanten Ausbau der Strecke Groningen–Bremen (Wunderline) und dauern bis voraussichtlich Ende September 2020.

Baugrunduntersuchung Deutsche Bahn

Von Juli bis September werden mehrere Sondierungsarbeiten durchgeführt, um den Baugrund für den geplanten Ausbau der Wunderline zu untersuchen. Vsl. vom 22. Juli bis 17. August 2020 wird die Deutsche Bahn im Bereich des Bahnhofs Ihrhove sowie vom Bahnhof Ihrhove bis zur Friesenbrücke arbeiten. Vsl. zwischen dem 24. August und dem 27. September 2020 wird von der Friesenbrücke bis zur deutsch/niederländisch Grenze gearbeitet.

Ausbau Wunderline

Eine Ausbau der Strecke ist notwendig, damit die Wunderline Ende 2024 fahren kann. Das Gleis muss aufgrund einer Geschwindigkeitserhöhung auf der Strecke angepasst werden, und um dies zu erreichen, wird die Stabilität des Baugrundes untersucht.

Anhörungsverfahren Friesenbrücke gestartet

Die Friesenbrücke bei Weener. Quelle: DB Netz AG/Alexander Heinemann.

Am 12. Mai 2020 begann das Anhörungsverfahren für die Friesenbrücke. Nun können die Beteiligten bis zum 23. Juli auf den Planfeststellungsentwurf für die neue Drehbrücke reagieren, den die Deutsche Bahn Ende 2019 dem Eisenbahn-Bundesamt vorgelegt hat. Damit rückt der Wiederaufbau der Friesenbrücke immer näher. Ende 2024 soll die Brücke gleichzeitig mit dem ersten Schritt zur Realisierung der Wunderline fertiggestellt werden.

Anhörungsverfahren

Alle eingegangenen Reaktionen werden im Verfahren berücksichtigt, das zu einem so genannten Planfeststellungsbeschluss führen soll. Informationen über das weitere Vorgehen finden Sie auf der Website der Deutschen Bahn: www.deutschebahn.com/pr-hamburg-de/aktuell/presseinformationen/Erneuerung-der-Friesenbruecke-Oeffentliche-Auslage-der-Planfeststellungsunterlagen–5196014. Generelle Informationen zum Projekt Friesenbrücke gibt es zudem im BauInfoPortal: https://bauprojekte.deutschebahn.com/p/friesenbruecke.

Erneuerung der Friesenbrücke

Im Jahr 2015 wurde die Friesenbrücke von einem Frachtschiff teilweise zerstört und seitdem ist der Zugverkehr zwischen Groningen und Leer unterbrochen. Unterdessen hat die Deutsche Bahn einen Plan für den Wiederaufbau der Eisenbahnbrücke erstellt, die in der Nähe der deutschen Stadt Weener liegt und über die Ems führt. Die neue Friesenbrücke wird eine Drehbrücke und sogar eine der größten in Nordwesteuropa sein. Es wird auch einen separaten Weg für Radfahrer und Fußgänger geben. Nach den derzeitigen Plänen wird im Jahr 2021 mit dem Rückbau der alten Brückenreste begonnen, der Bau der neuen Brücke soll 2024 abgeschlossen werden.

Wunderline

Mit der Fertigstellung der Friesenbrücke werden die Züge zwischen Groningen und Leer wieder in Betrieb genommen. Eine wichtige Voraussetzung für die Wunderline, die diese Strecke nutzen wird. Die Reisezeit zwischen Bremen und Groningen wird dann auf unter 2,5 Stunden verkürzt. Eine zweite Ausbaustufe der Wunderline ist bis 2030 angesetzt, damit reduziert sich die Reisedauer um eine weitere Viertelstunde.

Wunderline en Eems Dollard Regio unterzeichnen grenzüberschreitende Kooperationsagenda

Am 4. Juni 2020 schlossen die Wunderline und die Eems Dollard Region ein Kooperationsagenda. Wunderline-Projektleiter Tjeerd Postma und EDR Geschäftsführer Karel Groen unterzeichneten die Vereinbarung in Bad Nieuweschans, die die grenzüberschreitende Zusammenarbeit fördern soll.

Intensivere Zusammenarbeit

 Die Wunderline und die EDR werden in den kommenden Jahren sowohl im Rahmen bestehender als auch neuer Projekte intensiver zusammenarbeiten. Beide Parteien setzen sich dafür ein, die Grenzregion zu stärken und damit das Potenzial von 1900 Grenzreisenden für die Wunderlinie langfristig zu realisieren. Der Schwerpunkt liegt auf den Bereichen Arbeitsmarkt, Bildung, Kultur und Tourismus.

 In diesen Bereichen ist die EDR bereits sehr aktiv. So gibt sie beispielsweise durch das europäische INTERREG V A grenzüberschreitende Projekt „Arbeitsmarkt Nord“ viele Impulse für den grenzüberschreitenden Arbeitsmarkt und die Ausbildung. Auf diese Weise lernen Schüler, Arbeitssuchende und Unternehmen die Möglichkeiten jenseits der Grenze kennen und finden eine neue Ausbildung, ein Praktikum oder einen Arbeitsplatz.

Auch das Projekt „Net(z)werk +“ unterstützt viele grenzüberschreitende Initiativen, die die grenzüberschreitende sozioökonomische Zusammenarbeit stärken.

Ems Dollard Region

Mit der Eems Dollard Region bringt die Wunderline einen großen Namen ins Spiel. Seit mehr als 43 Jahren bildet die Organisation die Grundlage für die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen den vielen Gemeinden auf beiden Seiten der Grenze. Eine große Chance für die Wunderline, von ihrem Wissen und ihren Erfahrungen zu lernen und gleichzeitig diesem Thema einen eigenen Impuls zu geben. Die Wunderlinie spielt dabei eine komplementäre Rolle.

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist neben der Anschlussmobilität und der Schiene eine der drei Schwerpunkte der Wunderline. Am 7. Februar 2019 wurde ein so genanntes Gesamtpaket für diese drei Schwerpunkte unterzeichnet. Ein Realisierungsvereinbarung für die Bahn wurde u.a. mit den Ländern Niedersachsen und Bremen unterzeichnet. Es wurde eine Absichtserklärung für den Schwerpunkt Anschlussmobilität (die Anbindung verschiedener Verkehrsmittel an die Wunderline) unterzeichnet. Damit ist die Wunderlinie nicht nur eine Eisenbahnverbindung zwischen Groningen und Bremen, sondern auch ein Mittel zur Stärkung des grenzüberschreitenden sozioökonomischen Zusammenhalts zwischen dem Norden der Niederlande und Nordwestdeutschland; für die Gemeinden entlang der Strecke hat dies einen großen Mehrwert. Die Zusammenarbeit mit der EDR passt dazu gut.

Wichtiger Schritt Richtung Neubau der Friesenbrücke

Der Ersatzneubau der Friesenbrücke ist einen wichtigen Schritt vorangekommen. Anfang Dezember 2015 war die Emsquerung bekanntlich von einem Frachtschiff gerammt worden und seitdem ist der Bahnverkehr zwischen Leer und Groningen unterbrochen. Ende letzten Jahres hat die DB Netz AG den offiziellen Antrag für den Ersatzneubau beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) eingereicht. Bevor die Bauarbeiten beginnen können, muss die Genehmigung seitens EBA vorliegen.

Anlieger und Betroffene werden im Laufe des Jahres über die Pläne der DB mit der Friesenbrücke informiert und können anschließend im Rahmen eines Anhörungsverfahrens dazu Stellung nehmen.

Neue Brücke
Die Friesenbrücke über die Ems bei Weener ist Teil der künftigen Wunderline, der aufgewerteten Bahnverbindung zwischen Bremen und Groningen. Nach aktueller Planung sollen die Bauarbeiten für die neue Friesenbrücke Ende 2024 abgeschlossen sein und der Zugverkehr zwischen Groningen und Leer wieder aufgenommen werden.

Mit einer Durchfahrbreite von 50 Meter wird das Bauwerk eine der größten Drehbrücken Nordwesteuropas. Zudem erhält sie einen 2,5 Meter breiten Fuß- und Radweg sowie einen separaten Dienst- und Rettungsweg.

Wunderline
Die Inbetriebnahme der neuen Emsquerung ist ein wichtiger Schritt in Richtung Realisierung der Wunderline. Allein dadurch wird die Bahnfahrt zwischen Bremen und Groningen bereits um 20 Minuten verkürzt. Wenn die Wunderline 2030 fertiggestellt ist, dauert die Fahrt von Bremen nach Groningen nur noch etwas mehr als zwei Stunden – und das ohne Umstieg. Vor der Zerstörung der Brücke waren es rund 2 Stunden und 45 Minuten.

Informationen
Weitere Infos zum Anhörungsverfahren und den Informationsveranstaltungen gibt es in Kürze auf der entsprechenden Projektseite der Deutschen Bahn: https://bauprojekte.deutschebahn.com/p/friesenbruecke.

150 Jahre Bahnstrecke Oldenburg-Leer

Wie Oldenburger und Ostfriesen sich näher kamen

Von Rüdiger Zu Klampen

Quelle

Nicht alle jubelten über die neue Strecke. Aber sie brachte starke Impulse. Inwiefern eigentlich? Und was hat die Bahn mit der 55 Kilometer langen Verbindung in Zukunft vor?

OLDENBURG /LEER Wenn man heute in Oldenburg in den Zug steigt, um nach Leer zu fahren, dann ist man rund 40 Minuten unterwegs. Das war vor 150 Jahren, als die Bahnstrecke Oldenburg-Leer eröffnet wurde, natürlich ganz anders. Da musste man für die schnellste Verbindung 1:22 Stunden und für die langsamste 2:13 Stunden einplanen, wie der Eröffnungsfahrplan anzeigte. Gehalten wurde im Startjahr – wie heute – auf der 55 Kilometer langen Strecke in Bad Zwischenahn, Ocholt und Augustfehn, aber zusätzlich in Apen, Stickhausen und Nortmoor. Die Verbindung wurde am 15. Juni 1869 eröffnet. Oldenburg-Leer war die zweite Strecke, die die junge Großherzoglich-Oldenburgische Eisenbahn (GOE) in Betrieb nahm. Bereits 1867 war die Verbindung von Bremen über Oldenburg zum Marinehafen Wilhelmshaven (Heppens) eröffnet worden. Diese Strecke hatte weniger als veranschlagt gekostet – daraus ergab sich quasi Schwung für den weiteren Netzausbau.

Was sagt Eisenbahnfreund Horst Hollmann über die Strecke?
Hier habe sich „vor allem“ die Verlängerung der Strecke Bremen-Oldenburg nach Leer angeboten, schreibt Chronist Hans-Jürgen Gaida. In seinem Werk „Dampf zwischen Weser und Ems“ geht es nicht nur um die Erschließung des Oldenburger Landes. Ziel sei damals auch gewesen, „den Verkehr Ostfrieslands über oldenburgisches Gebiet zu lenken“. Davon erhoffte man sich offenbar Impulse.

Neue Strecke mit Vorteilen
Für Leer war die Eisenbahn nichts Neues. Ostfriesland war bereits seit 1856 über die Emslandstrecke des Königreichs Hannover (später Preußens) an das überregionale Netz angeschlossen. Die Ostfriesen fuhren rund 13 Jahre (bis 1869) um das Oldenburger Land herum. Dann brachte die neue Strecke große Vorteile: „Die Verbindung über Oldenburg nach Hannover ist 74 Kilometer kürzer“, erläutert Egbert Meyer-Lovis, der für den Norden zuständige Bahnsprecher. Die Linie sei eine „wichtige Verbindung in Niedersachsen“. Sie hat allerdings auch eine dunkle Seite – den Abtransport von Juden und anderen aus dem Deportationslager Westerbork in Richtung Konzentrationslager. Ein Schild vor dem Bahnhof Leer weist darauf hin.

Der Blick der Oldenburger ging vor 150 Jahren weit über Leer hinaus, in die Niederlande. Dort war man schon sehr früh an einer Verbindung von Groningen über Leer-Oldenburg nach Bremen interessiert. Die Nachbarn übernahmen dann sogar einen Teil der Kosten für den Anschluss von der Grenze bis Leer. Das Thema ist auch heute topaktuell: Eine deutsche-niederländische Initiative treibt Pläne für eine schnelle Verbindung Groningen-Bremen („Wunderline“) voran. Ein Kernstück ist Oldenburg-Leer. Es lauern aber einige Probleme. Etwa der Neubau der zerstörten Ems-Bahnbrücke bei Weener.

Auch die Planung der Verbindung Oldenburg-Leer 1869 war von erheblichen Konflikten begleitet. Beispiel: Der Hauptort des Ammerlandes, Westerstede, sollte ohne Anschluss bleiben! Stattdessen zogen die Planer die kürzere und kostengünstigere Linie über Bad Zwischenahn vor.

Impulse für die Region
Sie wurde für den späteren Kurort ein Meilensteins seiner touristischen Erfolgsstory. Zudem profitierten, wie überliefert ist, auch Lokale an kleinen Stationen wie Bloh von den neuen Ausflugsmöglichkeiten per Bahn. Zugleich eröffnete die Bahnstrecke für Küstenorte Ostfrieslands und die Inseln neue Potenziale. Es war ja so: Vorher wurden alle Wege zeitraubend, per Pferd oder bespanntem Fahrzeug, zurückgelegt. Nun eröffneten ganz neue Möglichkeiten für Reisende, Produzenten und Händler.

Die Bahnstrecke Oldenburg-Leer sei sofort sehr gut angenommen worden. Sie habe einen „wichtigen Impuls für die Entwicklung im Nordwesten“ gesetzt, erläutert Lioba Meyer, die mit Florian Nikolaus Reiss 2017 das jüngste Buch zur regionalen Bahngeschichte („Höchste Eisenbahn“) vorlegte. Dies gelte auch etwa für Häfen, Gewerbe oder agrarische Rohstoffe, einschließlich Torf.

Güterschuppen und Vieh-Verladerampen zeigten das bald vielerorts sichtbar an. Auch für die aufblühende Industrie wurde die Strecke zum Motor. Ein Beispiel ist die Eisenhütte in Augustfehn. Sie konnte ihre Produkte auf einmal – per Bahn – viel einfacher transportieren. Gleiches galt etwa für Torfbetriebe. Mancher Torf blieb allerdings in der Gegend. Auch die Dampfloks der „GOE“ nutzten ihn lange als Brennstoff!

Was ist anlässlich des Streckenjubiläums geplant? Das Beispiel Ocholt
Die Bahnstrecke Oldenburg-Leer, die über Anschlussbahnen ab Ocholt (nach Cloppenburg und nach Varel/Ellenserdamm) sowie ab Bad Zwischenahn (nach Edewechterdamm) auch noch weiter in die Region ausstrahlte, hat nicht nur eine interessante Vergangenheit. Auch die Zukunft wird spannend.

Wie geht es konkret mit Oldenburg-Leer weiter?
In den nächsten Jahren dürfte es einige Veränderungen geben. So verweist der Sprecher der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG/Hannover), Rainer Peters, etwa auf das Gemeinschaftsprojekt „Wunderline“ (Groningen-Leer-Oldenburg-Bremen). Dafür gebe es eine „Fixierung“ zwischen Niedersachsen, Bremen und der niederländischen Provinz Groningen. In der ersten Ausbaustufe – Ziel: bis Ende 2024 – solle eine Reisezeit von 2:30 Stunden erreicht werden. Dafür seien keine Veränderungen an Oldenburg-Leer erforderlich. Aber: In der 2. Ausbaustufe (Ziel: bis Ende 2030) solle die Reisezeit auf ca. 2:10 Stunden verkürzt werden. Dafür sei ein „abschnittsweiser zweigleisiger Ausbau zwischen Leer und Oldenburg erforderlich“. Dafür gilt nach Informationen unserer Zeitung der Abschnitt Augustfehn-Stickhausen als erster Kandidat.

Aus der Geschichte des Bahnhofs Augustfehn
Der Pro-Bahn-Regionalvorsitzende „Ems-Jade“, Hans Joachim Zschiesche, hält sogar ein zweites Gleis auf der gesamten Strecke für „dringend“. Sonst werde es „mehr als eng“. Zschiesche würde gern die Regio-S-Bahn Bremen-Oldenburg-Bad Zwischenahn bis Leer verlängern – „mit guten Anschlüssen an die Westfalen-Bahn“ (RE 15).

Bessere Anschlüsse in Leer?
Da ist was im Gang: Nach der zweiten Ausbaustufe werde es möglich, in Leer kurze Anschlüsse vom Regionalexpress (RE) 1 und vom Intercity aus Richtung Oldenburg an den RE 15 Richtung Emsland herzustellen, sagte LNVG-Sprecher Peters. Er wies auch auf Stations-Modernisierungen in Augustfehn (2021/22) und Westerstede-Ocholt (2024/25) hin. „Land und Bahn planen den barrierefreien Ausbau“, bestätigt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis.

Und schließlich: Ab 2023 würden „sehr komfortable“ neue Doppelstock-Regionalexpresszüge zwischen Norddeich und Hannover eingesetzt, kündigt LNVG-Sprecher Peters an. Geplant sind „Flügelzüge, die in Oldenburg geteilt werden könnten (nach Leer und Wilhelmshaven).

Pro Bahn denkt schon weiter: Sprecher Zschiesche könnte sich auch eine Flügelung der IC-Verbindung Oldenburg-Leer und der „Wunderline“-Züge vorstellen, mit Beteiligung Wilhelmshavens.