Auf Einladung der EU-Abgeordneten Tiemo Wölken (SPD), Michael Cramer (Bündnis 90/Die Grünen), Wim van de Camp (CDA) und Matthijs van Miltenburg (D66) fand am Dienstag, den 10. Oktober im Europäischen Parlament in Brüssel ein Frühstückstreffen der nördlichen deutsch-niederländischen Grenzregion statt. Die vier deutschen und niederländischen Gastgeber sprachen während des Treffens mit 45 Führungskräften und hochrangigen Beamten aus Europa und der Grenzregion. Die nördliche Grenzregion präsentierte sich als Living Lab für Mobilitätsinnovation und Energiewandel.

„Ein starkes Europa braucht Grenzregionen, die trotz nationaler Grenzen zusammenarbeiten“, unterstrich Tiemo Wölken, (SPD) EU-Abgeordneter in seiner Einführung. „Unser Fokus liegt auf der Vernetzung von Netzwerken und Projekten, die sowohl der nördlichen (Grenz-) Region als auch ganz Europa einen Mehrwert bieten. Ziel ist es, Menschen, Unternehmen und Dienstleistungen miteinander zu verbinden und somit die sozioökonomische Entwicklung voranzutreiben.

Die Deputierte der Provinz Groningen Fleur Gräper – Van Koolwijk erläuterte insbesondere, warum die nördliche deutsch-niederländische Grenzregion für Europa so wichtig ist. Die Nordniederlande – Heimat von nahezu zwei Millionen Menschen – haben viel zu bieten. Zusammen mit der Provinz Overijssel und dem niedersächsischen Grenzgebiet bilden sie eine umfassende Region, die das Kernnetz stärken kann. Dank seiner Vielfalt eignet sich dieses Gebiet wie kein anderes dafür, innovative Mobilitätslösungen in einem echten Lebensumfeld zu testen. Ein wahres „Living Lab“, so die Deputierte. Ziel ist es, gemeinsam einen Beitrag zum Pariser Klimaabkommen zu leisten und bei der Umsetzung der europäischen Strategie für Saubere Energie für den Verkehr eine Vorreiterrolle einzunehmen. „Mit grenzübergreifenden Projekten wie der Wunderline und der Wasserstoffzufuhr als Katalysator können diese Ziele verwirklicht werden,“ so Thomas Lux aus Niedersachsen.

Der Deputierte der Provinz Drenthe Henk Brink ging anschließend auf die Eisenbahnverbindung Emmen – Rheine ein, die – so das Ziel – aufgewertet und wieder für den Personenverkehr ausgelegt werden soll. Ebenso wie bei der Wunderline wird hier eine Zunahme der Fahrgastzahlen erwartet. Außerdem wies er darauf hin, dass der Flughafen Groningen Airport Eelde seit gestern der erste Flughafen ist, auf dem Drohnen starten und landen dürfen. Das schafft Perspektiven für die Entwicklung der Region als „Drone Hub“. Zum Schluss bekundete er seine Freude über das positive Engagement der Anwesenden.

Die Deputierte der Provinz Friesland Sietske Poepjes rückte Leeuwarden als Kulturhauptstadt 2018 ins Rampenlicht. In diesem Rahmen ist die gesamte Grenzregion im Jahr 2018 in vielerlei Hinsicht ein „Living Lab“. Beispielsweise durch den Einsatz eines Wasserstoffzugs zwischen Groningen und Zuidhorn als alternative Transportform. Auch auf dem Gebiet von Kunst, Kultur, Mobilität, Technik und grenzübergreifende Kooperation sind im Jahr 2018 für die gesamte Region innovative Projekte geplant.

Erneuerung und Verbreiterung der Schleusen in Kornwerderzand sind für den Schiffbau in der Region von großer Bedeutung. Diese Schleusen sind gleichfalls eine wesentliche grenzübergreifende Wasserverbindung zum Rest von Europa, durch die sich der Güterverkehr über die Straße und der über das Wasser kombinieren lassen.

Nach der unter Leitung des EU-Abgeordneten Michael Cramer geführten Debatte gelangten die Teilnehmer zu dem Schluss, dass sich die Nordniederlande gemeinsam mit Niedersachsen für mehr Geld aus Europa für das zugrunde liegende Netzwerk in dieser Region stark machen. Die nördliche Grenzregion ist bereits auf dem besten Wege, und die vier EU-Abgeordneten werden die regionalen Initiativen erforderlichenfalls unterstützen.

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