Quelle: http://www.dvhn.nl/groningen/Sleutelrol-voor-scheepswerf-in-kwestie-Friesenbr%C3%BCcke-22224283.html

Regionalministerin Fleur Gräper (D66) hofft, noch vor dem Sommer Deutlichkeit über die Friesenbrücke zu erhalten.

Schon seit der Kollision eines Frachters mit der Emsquerung bei Weener im Dezember 2015 wird darüber diskutiert, ob es besser ist, die Brücke zu reparieren oder eine neue Brücke nach dem neuesten Stand der Technik zu bauen.

Moderne Option

Diese moderne Option, Plan B, ist ein Vorschlag der Meyer Werft. Die Werft aus Papenburg greift die entstandene Situation auf, um sich für eine Klapp- oder Drehbrücke stark zu machen, ideal für eine schnellere und günstigere Passage der Kreuzfahrtschiffe, die auf der Werft gebaut werden.

Bislang musste die Meyer Werft jedes Mal eine Stange Geld bezahlen und einen Schwimmkran mieten, um die Brücke auszuheben, und zudem den Schienenersatzverkehr zwischen Weener und Leer bezahlen. Beträge von mindestens 250.000 Euro pro Kreuzschiff machen die Runde.

Das Land Niedersachsen stellt sich nun hinter die Meyer Werft. Die Frage ist, welche Position die Deutsche Bahn (DB) und der Bund in Berlin einnehmen werden. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Kontakte der Meyer Werft bis in die Berliner Politik reichen, und zwar nicht nur zu einer Partei – Vertreter der SPD wie auch der CDU sind wiederholt auf der Werft zu finden.

Geschäftsführer Bernard Meyer dürfte Berlin schon längst klar gemacht haben, dass Plan B finanziell wie wirtschaftlich für die Werft von größter Bedeutung ist. Welcher Politiker würde sich gegen dieses Argument stellen, wo doch bekannt ist, dass die Werft direkt und indirekt gut 20.000 Mitarbeiter im In- und Ausland beschäftigt.

Wunderline

Regionalministerin Gräper hofft auf einen „Sommerbeschluss“, aber eigentlich sieht es danach aus, dass die Meyer Werft bestimmt, wann und wie die Lösung für die Friesenbrücke aussehen wird. Dass Meyer und Niedersachsen eine moderne Brücke anstreben, torpediert die ehrgeizigen Eisenbahnpläne von Nordwestdeutschland und dem Norden der Niederlande. Groningen treibt seit geraumer Zeit die Wunderline voran, eine schnelle und häufig verkehrende Bahnverbindung mit Bremen. Die Erfolgsaussichten für diese Verbindung scheinen mit der Meyer-Option zu schwinden. Gräper sagte diese Woche in der Groninger Staatenkommission, ein Neubau bedeute, dass nicht viermal, sondern lediglich zweimal stündlich ein Zug über die Brücke fahren könne. Grund dafür seien die Schifffahrtsregeln, die besagen, dass die Brücke für Schiffe alle halbe Stunde passierbar sein muss.

Die Regionalministerin verdeutlichte gegenüber der DB, dass die Vorbereitungen für Plan A weiterlaufen müssen. Die DB führt aus dem Grund zusätzliche Untersuchungen durch. Hinter den Kulissen führt sie aber auch Gespräche mit der Meyer Werft und mit Berlin. Die Ergebnisse lassen derweil auf sich warten. Das allein schon ist für das Schiffbauunternehmen von Vorteil, denn bevor an einer „neuen“ Friesenbrücke gearbeitet wird, können die Kreuzfahrtschiffe in den kommenden Jahren ohne Hindernisse durch die Ems überführt werden.

Es steht zu befürchten, dass sich Groningen noch eine Weile in Geduld üben muss.

[Bildunterschrift] Die Friesenbrücke, kurz nachdem mit einem Frachter kollidierte. FOTO DVHN

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