Quelle: IHK für Ostfriesland und Papenburg

Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg (IHK) drückt mit einer Resolution zum Projekt „Wunderline“ aufs Tempo. In dem einstimmigen Beschluss vom 15. März im Martin-Luther-Haus in Leer fordert die regionale Wirtschaft, die bisherigen Absichtserklärungen etwa aus dem Koalitionsvertrag der niedersächsischen Landesregierung konkret anzugehen und finanziell zu untermauern. „Die Wunderline könnte eines der wichtigsten Verkehrsprojekte der vergangenen 50 Jahre werden. Aber wir müssen es jetzt angehen“, betonte IHK-Präsident Dr. Bernhard Brons bei der Abstimmung.
Das Projekt Wunderline bezeichnet die Entwicklung einer Bahntrasse von Bremen bis Groningen, mit der eine deutliche Reduzierung der Fahrtzeit erreicht werden soll. Konkret geht es um eine Strecke mit einer Länge von mehr als 170 Kilometern. Sie betrifft in der Region die Bahnhaltepunkte Bunde, Weener, Ihrhove und Leer.
In der letzten Ausbaustufe der Vorzugsalternative solle die Fahrt zwischen Groningen und Bremen dann nur noch etwas mehr als zwei Stunden dauern und ohne Umstieg möglich sein. Mit der schnellen Bahnverbindung sollen der Norden der Niederlande und Norddeutschland besser miteinander verknüpft werden. Bis 2024 soll die erste Ausbaustufe des Projektes abgeschlossen sein.
Die IHK unterstützt seit vielen Jahren die Bestrebungen der Provinz Groningen, die Bahnverbindung qualitativ aufzuwerten. „Von einer solchen Aufwertung profitieren nicht nur Bremen und Groningen, sondern auch ganz massiv alle Bahnverbindungen, die über den Bahnhof Leer führen“, sagte Brons.
Neben einer Zweigleisigkeit bei Augustfehn würde die Trasse auch eine erheblich bessere Anschlussmöglichkeit für alle Pendler erhalten, die in Leer umsteigen müssten um nach Meppen zu fahren – oder umgekehrt. Bisher ist der Fahrplan so geregelt, dass Bahnreisende von Oldenburg über Leer nach Meppen in dieser sog. Eckverbindung bis zu 50 Minuten Aufenthalt in Leer haben. Brons: „Das ist einfach zu lang für Bahnreisende, um eine Alternative zu sein“. Das Projektteam hat ein Potenzial von bis zu 1.900 Reisenden grenzüberschreitend täglich identifiziert und dazu merkliche positive Signale für den Tourismus, den Handel oder den Arbeitsmarkt. Unsere Region würde insbesondere durch eine Optimierung der Anschlussmobilität stark profitieren. „Dadurch wird der ÖPNV endlich attraktiv“, so Brons.
Allerdings drängt die Zeit. Bis Ende 2018 müssen die politischen Akteure auf deutscher Seite eine feste Zusage zur Realisierung machen.

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